Unterkunft und Besitz

         

Gesundheitsversorgung

Ein Großteil der sich zur Zeit im Kosovo aufhaltenden Roma lebt in Flüchtlingslagern. Die größten sind die beiden bleiverseuchten Lager in Osterode und Cesmin Lug (im Norden von Mitrovica), in denen ca. 1000 Menschen einer giftigen und gesundheitsschädigenden Bleibelastung ausgesetzt sind.

Albanische Nationalisten zerstörten während und nach dem Krieg Tausende von Häusern, in einzelnen Städten ganze Viertel der Roma (z.B. die Siedlung „Roma Mahalla“ in Mitrovica, in der ca. 8.000 Menschen lebten). Die albanische Mehrheitsbevölkerung besetzte einen Großteil der unzerstörten Häuser und nutzte oder bebaute Grundstücke und Agrarland illegal. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass Häuser und Grundstücke mehrheitlich nie eingetragen waren, und viele Register im Krieg zerstört wurden. Die Rückgabe von Häusern und anderem Besitz stellt u.a. laut des ausführlichen Berichts der Minority Rights Group von Mai 2009 und des UNHCR-Berichts von Juni 2009 ein bisher ungelöstes Problem dar.

Der EU Menschenrechtskommissar stellt fest, dass die örtlichen Behörden viele der gezwungenermaßen Zurückkehrenden nicht versorgen, und die Menschen obdachlos werden oder in den Flüchtlingslagern landen

 

Die Gesundheitsversorgung ist im Kosovo allgemein und insbesondere für psychische Erkrankungen sehr unzureichend. Es fehlt sowohl an der Versorgung mit besonderen Medikamenten als auch an flächendeckenden Möglichkeiten stationärer Behandlungen, langfristiger Therapien und komplizierterer Operationen. Darüber hinaus wies Amnesty International im Juni 2009 darauf hin, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation sowie der Kostenpflichtigkeit von Behandlungen und Medikamenten bei gleichzeitiger Abwesenheit ausreichenden Krankenversicherungsschutzes die meisten Angehörigen der Minderheiten de facto vom Zugang zu medizinischer Versorgung ausgeschlossen sind.

Zugang zu Bildung

Die aktuellen Berichte z.B. des UNHCR, der Ombudsperson Institution in Kosovo oder des EU-Menschenrechtskommissars machen deutlich, dass es eine hohe Analphabetenquote gibt, und die meisten Roma-Kinder entweder gar nicht zur Schule gehen oder (v.a. Mädchen) die Schule vorzeitig abbrechen. Gründe dafür sind zum einen die Armut (zu teure Schulbücher, Kinderarbeit etc.), zu weite Schulwege und die Angst vor Übergriffen und zum anderen sprachliche Schwierigkeiten: Die Mehrheit der Roma (und dies trifft verschärft auf  jugendliche RückkehrerInnen zu) spricht die Schulsprachen Albanisch und (im Norden) Serbisch nicht. So gut wie keine Schule unterrichtet in Romanes.

ZurückWeiter
Wach bleiben!    info@wachbleiben.info